In alten chinesischen Erzählungen beginnt die Geschichte der Erfindung des Feuerwerks mit Li Tan. Ihm wird nachgesagt, während der Tang-Dynastie Bambusrohre ins Feuer gelegt zu haben. Mit einem plötzlichen Knall barsten sie auseinander und erfüllten die Luft mit Rauch und Lärm. Diese Explosionen sollten böse Geister vertreiben und Glück bringen. Historisch lässt sich Li Tan nicht eindeutig nachweisen, doch als Symbolfigur steht er bis heute für den mythischen Ursprung und die frühe Vorstellung von der Erfindung des Feuerwerks.
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Wer hat das Feuerwerk erfunden?
Jenseits der Legenden fand die Erfindung des Feuerwerks nach heutigem Forschungsstand aber durchaus in China statt. So sollen im 9. Jahrhundert chinesische Alchemisten mit verschiedenen Stoffen auf der Suche nach einem Elixier des ewigen Lebens experimentiert haben. Dabei entdeckten sie eine explosive Mischung, die Licht, Rauch und Knall erzeugte. Zunächst wurde diese Entdeckung mit Vorsicht behandelt, doch schon bald erkannte man – neben dem militärischen – ihren rituellen und festlichen Wert. So entwickelte sich aus einfachen Knalleffekten Schritt für Schritt das Feuerwerk.
Die Entdeckung des Schwarzpulvers
Zentral für die Erfindung des Feuerwerks war das Schwarzpulver. Es besteht aus Salpeter, Schwefel und fein gemahlener Holzkohle. Der Salpeter liefert den Sauerstoff für die Reaktion, die Holzkohle fungiert als Brennstoff und der Schwefel sorgt dafür, dass sich das Gemisch leichter entzündet und schneller reagiert. Beim Zünden entsteht kein langsames Feuer, sondern eine rasche Freisetzung von Gasen, Hitze und Druck. In Bambusrohren eingeschlossen führte diese Reaktion zu explosionsartigen Effekten – die technische Grundlage des Feuerwerks war geschaffen.
Wie das Feuerwerk nach Europa kam
Über Handelswege – wie die Seidenstraße – gelangte das Wissen um Schwarzpulver und Feuerwerk in den Westen. Reisende und Berichterstatter, darunter Marco Polo, beschrieben im 13. Jahrhundert die technischen Errungenschaften aus Asien. In Europa nutzte man das Pulver zunächst vor allem militärisch. Doch bald erkannte man auch den Unterhaltungswert. Die Erfindung des Feuerwerks wurde an Fürstenhöfen begeistert aufgegriffen und bei Festen, Krönungen und Hochzeiten eingesetzt.
Weiterentwicklung des Feuerwerks in Europa
Nach seiner Etablierung in Europa begann die gezielte technische und künstlerische Weiterentwicklung. Besonders italienische Feuerwerker des 16. Jahrhunderts prägten diese Phase, allen voran die Familie Ruggieri. Sie brachten ihr Wissen an den französischen Hof und gestalteten spektakuläre Feuerwerke für Könige und Staatsfeste. Die Ruggieri verbanden Technik mit Dramaturgie und machten das Feuerwerk zu einer geplanten Inszenierung. Noch heute existiert die Marke Ruggieri als Teil der französischen Pyrotechnikindustrie.
Parallel dazu entwickelten deutsche und italienische Feuerwerker verbesserte Zündmechanismen und stabilere Hüllen. Mit den Fortschritten der Chemie im 18. und 19. Jahrhundert kamen Metallsalze hinzu, die leuchtende Farben ermöglichten. So wurde aus der Erfindung des Feuerwerks eine eigenständige Kunstform aus Licht, Farbe und Bewegung.
Werden Weiterentwicklungen noch patentiert?
Bei einer derart langen Historie des Feuerwerks, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob überhaupt noch Weiterentwicklungen stattfinden, die vielleicht sogar in Schutzrechte münden. Dabei zeigt ein Blick ins Patentregister, dass die Weiterentwicklung der Feuerwerkskörper keineswegs stillsteht. Auch betreffen entsprechende Patentanmeldungen nicht nur den Aufbau des Feuerwerkskörpers als solchen, sondern beispielsweise auch die chemische Zusammensetzungen des Pulvers sowie Zündvorrichtungen und -verfahren. Letztere spielen bei der Choreografie eines Feuerwerks, auch im Zusammenspiel mit Musik, eine große Rolle. Überdies ist ein Trend hin zur Entwicklung leiserer und schadstoffärmeren Feuerwerkskörper erkennbar, um dem Tier- und Umweltschutz zu genügen.
